Der DHSV Eiderstedt erhöht die Beiträge wegen Sanierungsarbeiten an Stöpen, Sielen und Schlafdeichen

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16. März 2012 | 06:16 Uhr | Von wis

 

Reparatur billiger als Neubau

Für den Hochwasserschutz ist auch die zweite Deichlinie wichtig.

Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt erhöht Beiträge wegen Sanierungsarbeiten an Stöpen, Sielen und Schlafdeichen

 

Der Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt (DHSV) hatte zu einer Vollversammlung der ihm angeschlossenen Unterverbände geladen, und der Saal im Tetenbüller Kirchspielkrug zeigte sich denn auch gut gefüllt. Den Anlass der Veranstaltung erklärte Lutz Jacobs, Geschäftsführer des DHSV: "Wir haben in nächster Zeit viel mit der zweiten Deichlinie vor. Um diese Maßnahmen zu finanzieren, müssen wir leider die Beiträge erhöhen." Der Hochwasserschutz erstreckt sich über ganz Eiderstedt, so dass alle 17 Sielverbände einen Beitrag zu leisten haben. Zum Hochwasserschutz gehöre die zweite Deichlinie, die eine Gesamtlänge von 110 Kilometern habe, und die darin enthaltenen Stöpen und Mitteldeich siele, wie Jacobs weiter ausführte. Anhand eines Beispiels, nämlich des Spuitsiels (liegt zwischen Rotenspieker und Reimersbude), erläuterte er die notwendigen Unterhaltungsmaßnahmen. "Das Bauwerk wurde 1871 errichtet und immer mal wieder repariert. Jetzt ist es aber sanierungsbedürftig. Es müssen die Flügelwände und die Tore zur Eider hin erneuert werden, die Röhre durch den Deich jedoch ist hervorragend erhalten, ebenso die Pfahlgründung. Dennoch werden wir dort insgesamt um die 900 000 Euro investieren müssen, um das Bauwerk wieder auf Vordermann zu bringen." Danach dürfe das Siel wieder 60 Jahre seinen Dienst tun, ein Neubau würde 1,45 Millionen Euro kosten.

Bei der Sanierung soll wie folgt verfahren werden: Für die Flügelwände kommen Stahlspundwände und Beton zum Einsatz, die alten Stemmtore ersetzt eine "Freilaufklappe", die sogar eine Extra-Einrichtung für ziehende Fische hat. Um die Baumaßnahmen vornehmen zu können, muss das gesamte Bauwerk trocken gelegt und eine Straße für die Baumaschinen eingerichtet werden, was einen großen Teil der Kosten ausmacht. Da in den kommenden Jahren weitere Mitteldeichsiele ähnlich aufwändig saniert werden müssen (neben den sonstigen laufenden Unterhaltungsmaßnahmen), reichen die finanziellen Mittel nicht mehr aus. Deshalb beträgt rückwirkend ab 1. Januar 2012 der zu leistende Beitrag nicht mehr fünf Euro pro Hektar, sondern verdoppelt sich auf zehn Euro, und zwar für die kommenden zehn Jahre. Damit, so sagte Jacobs weiter, "liegt der Beitrag aber immer noch im mittleren Bereich in Schleswig-Holstein".

Hochwasserschutz
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